Das Geld erniedrigt alle Götter des Menschen – und verwandelt sie in eine Ware. Das Geld ist der allgemeine, für sich selbst konstituierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschheit wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt. Das Geld ist das dem Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins – und dieses fremde Wesen beherrscht ihn, und der betet es an.
Sozialistische Demokratie ist ein Wesensmerkmal des sozialistischen Staates, und sie entwickelt sich im Zusammenhang mit den politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Bedingungen im Lande.
„Die weitere Gestaltung des gesellschaftlichen Systems des Sozialismus“ (22. Oktober 1968)
Die Gewerkschaften vertreten die Interessen der Werktätigen am besten dadurch, daß sie alle Werktätigen in den sozialistischen Wettbewerb einbeziehen und dabei durch systematische Kontrolle und aktive schöpferische Mitarbeit an der Meisterung der politisch-ideologischen, technisch-organisatorischen und sozialen Probleme der sozialistischen Rationalisierung mitwirken.
„Sozialistische Rationalisierung mit dem Menschen – für den Menschen“ (23. Juni 1966), Walter Ulbricht „Probleme der sozialistischen Leitungstätigkeit“
Es gibt einen dogmatischen Marxismus und einen schöpferischen Marxismus. Ich stehe auf dem Boden des letzteren.
Mit der Entwicklung der volksdemokratischen Staatsmacht entwickeln sich die politischen, wirtschaftlichen, organisatorischen und kulturell-erzieherischen Funktionen der Staatsorgane. Die Arbeitsweise des Staatsapparates im sozialistischen Staat ist der des kapitalistischen Staates genau entgegengesetzt. Im Sozialismus dient sie der festen, unlöslichen Verbindung des Staates mit den Massen, der Überzeugung der Werktätigen und ihrer unmittelbaren, aktiven und selbsttätigen Mitwirkung beim Aufbau des Sozialismus auf der Grundlage des demokratischen Zentralismus. Im Kapitalismus dient die Arbeitsweise des Staatsapparates der Fernhaltung der Massen, sie heuchelt oft Demokratie und läßt die demokratische Initiative der Massen sich totlaufen, sie ist Unterdrückung der Massen auf der Grundlage des bürokratischen Zentralismus.
„Über die Vervollkommnung der Arbeit des Staatsapparates und die Änderung seines Arbeitsstils” (10. Februar 1958), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen”, Bd. VII
Unter den Bedingungen der führenden Rolle der Arbeiterklasse haben die Gewerkschaften als die Klassenorganisation der Arbeiter nicht nur weitgehendes, verfassungsmäßig garantiertes Mitbestimmungsrecht in allen Fragen der Produktion und des sozialen und kulturellen Lebens aller Arbeiter und Angestellten, sondern viele aus den Gewerkschaften hervorgegangene Funktionäre üben auch leitende Funktionen in Staat und Wirtschaft aus.
„So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben!“ (10. Dezember 1953), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. IV
Eine echte Demokratie kann nur dort vorhanden sein, wo sich zumindest die Produktionsmittel der Schlüsselindustrien in den Händen des Volkes befinden und wo in den Staatsorganen die Arbeiter, die werktätigen Bauern und andere Werktätige die Hauptpositionen in den Händen halten.
„Grundfragen der Politik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ (30. Januar 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VI
Die Massenorganisationen als Träger der neuen Ordnung müssen Schulen der Demokratie und des Sozialismus werden. Die Gewerkschaften haben bereits damit begonnen. Aus ihren Reihen sind schon einige Wirtschaftler hervorgegangen. Aber das war erst der Anfang. Jetzt müssen die Gewerkschaften zu wirklichen Schulen der Demokratie und des Sozialismus werden.
„Die gegenwärtigen Aufgaben der demokratischen Verwaltung“ (23. Juli 1948), Walter Ulbricht „Lehrbuch für den demokratischen Staats- und Wirtschaftsaufbau“
Die weitere Entwicklung der Demokratie dient der Stärkung der Arbeiter-und-Bauern-Macht, dem sozialistischen Aufbau und damit der Erhöhung der materiellen und kulturellen Lebensbedingungen der Werktätigen. Aber zugleich soll durch die echte demokratische Entwicklung die Deutsche Demokratische Republik als anziehendes Beispiel auf die Arbeiterklasse und die Bevölkerung in Westdeutschland wirken. Das Neue besteht darin, daß die volksdemokratische Ordnung immer mehr zu einer sozialistischen Demokratie wird. Das bedeutet die breitere Entwicklung der Demokratie. Die gewählten Organe der Staatsmacht sollten sich bei der Führung des Staates der Arbeiter und Bauern wirklich auf die Masse der Werktätigen stützen. Während in Westdeutschland das Monopolkapital mit Hilfe seiner bürokratischen Staatsmaschine seine Diktatur ausübt, besteht in der Deutschen Demokratischen Republik die Einheit von Beschlußfassung und Durchführung in den demokratisch gewählten Organen.
„Über die Arbeit der SED nach dem XX. Parteitag der KPdSU und der III. Parteikonferenz der SED“ (27. Juli 1956), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VI
Die deutsche Arbeiterklasse ist eine der ältesten in Europa, und in Deutschland war der Marxismus früher am weitesten verbreitet, wurde aber vielfach dogmatisch angewandt und revisionistisch entstellt. Wir müssen nunmehr den Marxismus richtig anwenden. Die Mitglieder der freien Gewerkschaften müssen ihr Wissen vertiefen, damit sie fähig werden, die großen demokratischen Aufgaben zu lösen und zu beweisen, daß es möglich ist, auf diesem Wege in Deutschland zum Sozialismus zu kommen.
„Das Wesen des Faschismus und der Deutschen Arbeitsfront“ (7. Mai 1946), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. II 2. Zusatzband
Je mehr Aktivität die Volksvertretung entwickelt, um so größer wird die Mitarbeit der Massen sein. Auf die Verwirklichung dieses Grundsatzes kommt es an.
„Über die Bedeutung der Richtlinie zur Verbesserung der Arbeit der örtlichen Organe der Staatsmacht in den Kreisen, Städten und Gemeinden“ (6. Mai 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Re
Die Gewerkschaften haben die große Aufgabe, dieses enge Wechselverhältnis, welches zwischen den Werktätigen als Produzenten und ihren eigenen Interessen als Verbraucher besteht, allen Werktätigen voll zum Bewußtsein zu bringen, damit die größte Initiative zur Erzeugung von hochwertigen Waren des Massenbedarfs entwickelt wird.
„So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben!“ (10. Dezember 1953), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. IV
Durch die Überwindung der Macht der Monopole und die Übernahme der Betriebe und Banken in Volkseigentum sowie durch die Säuberung der Verwaltungen von Kriegsverbrechern und Handlangern der Monopolherren erhielten die Arbeiter und Werktätigen erstmals Entfaltungsmöglichkeiten für ihre schöpferischen Kräfte. Sie bewiesen ihre Fähigkeiten, ihr Verantwortungsbewußtsein und ihre Initiative bei der demokratischen Neugestaltung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Sie lernten Staat und Wirtschaft zu leiten. Mit der Schulreform entstand auf humanistischer Grundlage ein demokratisches Schulwesen. Mit der Bodenreform zogen demokratische Verhältnisse in die Dörfer ein. Von junkerlicher und kapitalistischer Ausbeutung befreit, lernten die früheren Knechte, Landarbeiter und werktätigen Bauern mit Unterstützung der Arbeiterklasse selbst zu wirtschaften und zu regieren.
„Der Weg zum künftigen Vaterland der Deutschen“ (21. April 1966)
Je gründlicher sich die Arbeiterklasse und die Werktätigen die Lehre vom Staat und von der politischen Ökonomie aneignen, um so besser sind sie imstande, die neuen Aufgaben zu lösen. Wir brauchen diese Erkenntnisse aber auch, um den Kampf gegen den deutschen Imperialismus erfolgreicher führen zu können. Ohne die Kenntnis der Wirksamkeit des ökonomischen Grundgesetzes des Kapitalismus ist es in Westdeutschland nicht möglich, erfolgreich den Kampf der Arbeiterklasse und insbesondere den gewerkschaftlichen Kampf zu führen.
„Grundlegende Aufgaben im neuen Jahr“ (1. Januar 1955), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. V
Oft wird die demokratische Selbstverwaltung zu formal aufgefaßt. Alte, überholte Anschauungen und Gewohnheiten wirken noch nach. Es wäre falsch zu glauben, daß die Demokratie darin besteht, daß künftig von Zeit zu Zeit das Volk bei Wahlen abstimmen wird. Das genügt nicht. Demokratie ist eine tägliche, eine ständige Aufgabe des ganzen Volkes und vor allem seiner fortschrittlichsten Kräfte… Die Demokratie besteht nicht allein darin, daß Vertreter des Volkes von Zeit zu Zeit Anträge an die staatlichen Organe einreichen, sondern sie besteht darin, daß die besten Männer des Volkes im Betrieb, in der Stadtverwaltung, in den Industrie- und Handelskammern, bei den Gerichten usw. im Sinne der Interessen des Volkes handeln. Dazu ist es notwendig, daß vor allem die Wirtschaftsorgane entschlossener als bisher demokratisch umgewandelt werden.
„Der Aufbau der demokratischen Selbstverwaltung“ (Dezember 1945), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. II 1. Zusatzband
Die bewährte Ordnung des demokratischen Zentralismus gewährleistet die Vereinigung einer breiten Demokratie mit der notwendigen straffen und disziplinierten Durchführung der gefaßten Beschlüsse und der auf ihrer Grundlage getroffenen Weisungen.
„Die gesellschaftliche Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik bis zur Vollendung des Sozialismus“ (17. April 1967)
Die sozialistische Demokratie erweist sich als die entscheidende gesellschaftliche Kraft, durch die die Volksmassen ihre Rolle als Träger des gesellschaftlichen Entwicklungsprozesses verwirklichen.
„Die gesellschaftliche Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik bis zur Vollendung des Sozialismus“ (17. April 1967)
Aus unserer sozialistischen Demokratie, aus der Entfaltung aller Talente in unserem Volk, erwächst die große Kraft zum Sieg des Sozialismus in der Deutschen Demokratischen Republik.
„Wer viel geleistet hat, kann Feste feiern“ (16. Mai 1964), Walter Ulbricht „An die Jugend“ (1968er Ausgabe)
Selbstkritik, rücksichtslose, grausame, bis auf den Grund der Dinge gehende Selbstkritik ist Lebensluft und Lebenslicht der proletarischen Bewegung.
Das Wesen unserer sozialistischen Demokratie besteht in der Einheit des Handelns aller gewählten Staatsorgane. Die Beschlüsse der Volkskammer, des Staatsrates, des Ministerrates und die Entscheidungen der militärischen Führung sind Ausdruck der Interessen unserer Bürger und dienen dem gesellschaftlichen Fortschritt.
„Armeedienst ist Klassenauftrag“ (14. Oktober 1966), Walter Ulbricht „An die Jugend“ (1968er Ausgabe)
Gebraucht die politische Macht! Lernt sie so zu gebrauchen, daß der höchste Nutzen für das Volk und für jeden einzelnen Werktätigen erreicht wird! Eignet euch die wissenschaftlichen, ökonomischen und technischen Kenntnisse an, die notwendig sind, um Staat und Wirtschaft zu leiten!
„Bilanz großer Erfolge – Perspektive des Sieges“ (31. Juli 1963)
Die sozialistische Demokratie und der konsequente Kampf gegen den Imperialismus bilden eine dialektische Einheit. Es kann keine dauerhafte Demokratie für die Werktätigen geben, wenn sie nicht konsequent und entschlossen den antiimperialistischen Kampf führen. Und dieser Kampf ist um so erfolgreicher, je aktiver und bewußter die Arbeiterklasse und alle Werktätigen die sozialistische Demokratie entfalten und sie für die ständige Stärkung der Macht des Volkes nutzen.
„Wir haben Lenins Vermächtnis erfüllt“ (17. April 1970)
[Es] ist notwendig, daß das ganze Volk mithilft, wirklich demokratische Verhältnisse zu schaffen. Dabei gibt es wesentliche Unterschiede zu unserer Demokratie und der Demokratie der Weimarer Republik. Unsere Demokratie unterscheidet sich erstens dadurch, daß die Konzernherren, die Bankherren und die Großgrundbesitzer bei uns nichts mehr zu sagen haben. Das ist ein sehr wesentlicher Unterschied! Unsere Demokratie soll sich aber auch dadurch unterscheiden, daß man nicht nur ab und zu einen Stimmzettel abgibt, sondern, daß das schaffende Volk täglich mithilft, die Demokratie aufzubauen. Das bedeutet, daß die Arbeiter in den Betrieben ihre Vorschläge machen und Kritik üben, daß die Genossen Bürgermeister regelmäßig vor der Bevölkerung über ihre Tätigkeit Berichte erstatten und die Bevölkerung dazu ihre Vorschläge machen und Kritik üben kann. Man soll in diesen Versammlungen entsprechend den Vorschlägen der Bevölkerung gleich die notwendigen Maßnahmen und Wege zu ihrer Durchführung beschließen.
„Durch Einheit und Demokratie zum Neuaufbau Deutschlands“ (11. Dezember 1945), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. II 2. Zusatzband
Wir wollen, daß der Aufbau der Demokratie, das demokratische Handeln, nicht einfach eine Frage von Wahlabstimmungen ist. Wahlen sind auch notwendig; aber das wichtigste ist die tägliche Arbeit im Sinne der Demokratie. Zu dieser täglichen Arbeit, zu diesem wirklichen Aufbau der Demokratie gehört, daß neue Menschen für die Lösung der Aufgaben erzogen werden.
„Durch Einheit und Demokratie zum Neuaufbau Deutschlands“ (11. Dezember 1945), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. II 2. Zusatzband
Die Demokratie besteht nicht darin, wie sich das früher einige Parlamentarier vorgestellt haben, daß man jeden Tag einige Pakete Anträge in irgendeinem Parlament einreicht, sondern die Demokratie besteht darin, daß das schaffende Volk mit Hilfe der Selbstverwaltungsorgane das durchführt, was im Interesse des Volkes notwendig ist. Das ist Demokratie!
„Die nächsten Aufgaben der KPD“ (19. Oktober 1945), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. II 1. Zusatzband
Demokratie heißt nicht nur von Zeit zu Zeit Abgabe eines Stimmzettels, sondern aktive Teilnahme aller Volkskräfte am Neuaufbau und an der Sicherung der Demokratie. Dazu gehört, daß die Bevölkerung den demokratischen Verwaltungsorganen Vorschläge macht, in sachlicher Weise bestimmte Fehler kritisiert und von Zeit zu Zeit den Tätigkeitsbericht der Bürgermeister, der verantwortlichen Mitarbeiter von Verwaltungen, der Betriebsräte usw. entgegennimmt und mit beschließt, welche Aufgaben nunmehr erfüllt werden müssen.
„Der Kampf um Demokratie und die Rolle der Gewerkschaften“ (12. Dezember 1945), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. II 1. Zusatzband
Unsere Demokratie ist ihrem Wesen nach die allseitige Entfaltung der schöpferischen Kräfte der Menschen im Aufbau der sozialistischen Gesellschaftsordnung.
„Antwort auf aktuelle politische, wirtschaftliche und menschliche Probleme“ (19. März 1961), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. IX
Sozialistisch leben heißt verantwortungsfreudig und selbstbewußt handeln als Werktätiger, der an der Ausübung der Macht, an der Leitung des Staates und des gesamten gesellschaftlichen Lebens beteiligt ist.
„Frieden – Sozialismus – Freiheit – Menschlichkeit“ (5. Juni 1959), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VIII
Die Wahlen in der Deutschen Demokratischen Republik sind wahrhaft demokratisch, weil es hier, zum Unterschied zu Westdeutschland, keine Konzernherren, Bankherren und Großgrundbesitzer gibt, die Wählerstimmen und Abgeordnete kaufen oder mit Hilfe ihrer wirtschaftlichen Macht politischen Druck auf die Werktätigen ausüben können. Die Wahlen in der Deutschen Demokratischen Republik sind wahrhaft demokratisch, weil die Werktätigen nicht nur einen Stimmzettel abgeben, sondern an der staatlichen Tätigkeit, an der Beratung und Kritik teilnehmen.
„Was gab die Arbeiter-und-Bauern-Macht dem Volke?“ (28. Juli 1954), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. V
Die sozialistische Demokratie entfaltet sich in der aktiven Teilnahme des werktätigen Volkes an der Planung und Leitung aller seiner gesellschaftlichen Angelegenheiten.
„Die historische Mission der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ (21. April 1971), Walter Ulbricht „Die historische Mission der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands – Sechs Reden und Aufsätze“
Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben wird. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt.
Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Die Durchsetzung und Vervollkommnung des sozialistischen Bildungswesen wird es allen Bürgern ermöglichen, ihre Fähigkeiten voll zu entwickeln, um sie in den Dienst des gesellschaftlichen Fortschritts zu stellen. Dazu gehört sowohl ein hohes Niveau der naturwissenschaftlich-technischen Bildung als auch einer marxistisch-leninistischen Erziehung… Diese Bildung muß mit einem sachkundigen Enthusiasmus verbunden sein, der nach vorwärts drängt, der neue Wege sucht, vor Schwierigkeiten nicht zurückschreckt und darauf orientiert ist, die großen Potenzen kollektiver wissenschaftlicher Arbeit zu nutzen.
„Die Bedeutung und die Lebenskraft der Lehren von Karl Marx für unsere Zeit“ (4. Mai 1968)
Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampirmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt.
Die sozialistische Ökonomik und die ideologische Entwicklung des neuen Menschen in der sozialistischen Gemeinschaft bilden in ihrer Wechselwirkung eine untrennbare Einheit. Die Schulreform, die Hochschulreform, angefangen bei der Schaffung der Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten, und die gründliche Ausarbeitung und Verwirklichung der Normen und Prinzipien der neuen sozialistischen Moral, die konsequente Arbeit der Partei und des Staates zur Herausbildung einer sozialistischen Nationalkultur – das alles führte zur Formung der geistigen Welt des sozialistischen Menschen, die den neuen, sozialistischen Produktionsverhältnissen entspricht.
„Die Bedeutung und die Lebenskraft der Lehren von Karl Marx für unsere Zeit“ (4. Mai 1968)
Diese Arbeiter, die sich stückweise verkaufen müssen, sind eine Ware wie jeder andere Handelsartikel.
[Es] erwächst die verantwortungsvolle Aufgabe, unsere Jugend in den Schulen schon heute so zu erziehen und auszubilden, daß sie den hohen Anforderungen entspricht, die die sozialistische Gesellschaftsordnung an den Menschen stellen wird. Um dieses Ziel zu erreichen, halten wir es für notwendig, daß – die jungen Menschen in den Schulen zu überzeugten Sozialisten erzogen werden, denn wenn sie erwachsen sind, hat der Sozialismus bereits gesiegt. Sie werden sogar erleben, daß die kapitalistische Ausbeutung auch in Westdeutschland beseitigt wird; – der Unterricht auf der Grundlage der fortgeschrittensten Wissenschaft erteilt wird und ein hohes wissenschaftliches Niveau in den einzelnen Unterrichtsfächern gesichert ist; – die Erziehung zu allseitig entwickelten Menschen erfolgt, die eine hohe Kultur und moralische Gesinnung besitzen; – körperlich gesunde und gestählte Menschen in unseren Schulen erzogen werden.
„Über Fragen der sozialistischen Bewußtseinsbildung“ (21. April 1958), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VII
Der gesellschaftliche Fortschritt lässt sich exakt messen an der gesellschaftlichen Stellung des schönen Geschlechts (die Hässlichen eingeschlossen).
Ein Teil der Angehörigen der Intelligenz tritt von der Seite der sozialistischen Ethik an eine Reihe Probleme heran. Sie sagen, mit manchem, was heute geschieht, sind wir noch nicht einverstanden. Vieles ist sozusagen noch schwer. Uns wäre eine Entwicklung des Sozialismus unter leichteren Bedingungen lieber. Aber wir sind vom ethischen Standpunkt für den Sozialismus. Wichtig ist, daß sie vom Standpunkt der sozialistischen Ethik die Entwicklung des Sozialismus bejahen und schrittweise die Reste der alten bürgerlichen Ideologie überwinden. Bei ihnen entwickeln sich die Ideen des bürgerlichen Humanismus zum sozialistischen Humanismus. Das sind neue Erscheinungen.
„Theoretische und praktische Probleme der Übergangsperiode und die Aufgaben der ´Einheit´“ (13. Mai 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VI
Als Bildnerin von Gebrauchswerten, als nützliche Arbeit, ist die Arbeit daher eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben zu vermitteln.
Der Aufbau des Sozialismus ist vor allem eine Frage der Erziehung der Menschen, eine Umwälzung auf dem Gebiete der Wissenschaft und Technik, der Ideologie, der Kultur und des Denkens jedes einzelnen.
„Für den Frieden und das Glück der deutschen Jugend“ (15. Mai 1959), Walter Ulbricht „An die Jugend“ (1968er Ausgabe)
Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.
Die Durchführung der demokratischen Schulreform war ein wichtiger Bestandteil der demokratischen Umgestaltung. Durch die Brechung des Bildungsprivilegs der Bourgeoisie und des Junkertums wurde es zum erstenmal in der Geschichte Deutschlands möglich, eine wahrhaft demokratische Schule zu schaffen, die gleiche Bildungsmöglichkeiten für alle Kinder des Volkes sichert. Die antifaschistisch-demokratischen Kräfte unseres Landes gingen daran, eine neue Schule aufzubauen, die unsere Kinder im Geiste des Friedens, der Völkerfreundschaft, der Demokratie und des Humanismus erzieht.
„Die Entwicklung der sozialistischen Schule und ihre Aufgaben für den Sieg des Sozialismus“ (17. Oktober 1958), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen”, Bd. VII
Arbeit ist das Feuer der Gestaltung.
Das sozialistische Bildungswesen ist dem Bildungswesen des Kapitalismus weit überlegen. Das kommt in erster Linie in den Ideen zum Ausdruck, die der sozialistischen Pädagogik zugrunde liegen. Die sozialistische Pädagogik geht von der allseitigen Bildung des Menschen aus, der seine Kräfte völlig in den Dienst der Weiterentwicklung der Gesellschaft stellt. Das Gemeinsame des Bildungssystems aller sozialistischen Staaten besteht darin, daß die Jugend zur Achtung vor der Arbeit und den arbeitenden Menschen, zur Liebe für Wissenschaft und Technik und zur bewußten Tätigkeit in der sozialistischen Gemeinschaft sowie im Geiste des proletarischen Internationalismus und der Liebe zur Sowjetunion erzogen wird.
„Die Entwicklung der sozialistischen Schule und ihre Aufgaben für den Sieg des Sozialismus“ (17. Oktober 1958), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen”, Bd. VII
Aller Mehrwert, in welcher besondern Gestalt von Profit, Zins, Rente usw. er sich später kristallisiere, ist seiner Substanz nach Materiatur unbezahlter Arbeitszeit.
Die Einführung des polytechnischen Unterrichts ist die Kernfrage bei der Weiterentwicklung unseres sozialistischen Schulwesens. Mit der polytechnischen Erziehung überwinden wir die Kluft zwischen Theorie und Praxis, zwischen Schule und Leben. Mit Recht bezeichnete Karl Marx die Verbindung von Unterricht, produktiver Arbeit und Gymnastik „als die einzige Methode zur Produktion vollseitig entwickelter Menschen“: Das Wesentliche unserer Schule besteht in der Einheit von Theorie und Praxis; theoretische Erkenntnisse und praktische Anwendung, Lernen und Kampf, Denken und Handeln gehören untrennbar zusammen.
„Die Entwicklung der sozialistischen Schule und ihre Aufgaben für den Sieg des Sozialismus“ (17. Oktober 1958), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen”, Bd. VII
In einer höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre Produktivkräfte gewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen - erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!
Worin besteht die Aufgabe des polytechnischen Unterrichts? Sie besteht in der Verbindung des theoretischen Unterrichts mit der Produktionspraxis. Den Schülern sollen die allgemein-technischen Grundlagen der Produktion in der Praxis vermittelt werden. Sie sollen zum Gebrauch der wichtigsten Werkzeuge und zur Bedienung der gebräuchlichsten Maschinen befähigt und gleichzeitig zur Liebe zur Arbeit, das heißt zur sozialistischen Arbeitsmoral erzogen werden.
„Die Entwicklung der sozialistischen Schule und ihre Aufgaben für den Sieg des Sozialismus“ (17. Oktober 1958), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen”, Bd. VII
In der bürgerlichen Gesellschaft ist die lebendige Arbeit nur ein Mittel, die aufgehäufte Arbeit zu vermehren. In der kommunistischen Gesellschaft ist die aufgehäufte Arbeit nur ein Mittel, um den Lebensprozeß der Arbeiter zu erweitern, zu bereichern, zu befördern.
Wir brauchen für unsere sozialistische Gesellschaft einen Absolventen, der 1. den Marxismus-Leninismus zutiefst begriffen hat, eine klassenmäßige Position zu unserem nationalen Kampf einnimmt und die Zusammenhänge von Politik, Ökonomie, Ideologie und Wissenschaft versteht; 2. über ein breites Spektrum von Kenntnissen seines Fachgebietes verfügt, die es ihm ermöglichen, dem raschen Voranschreiten der Technik und der Wissenschaften zu folgen; 3. über spezielle, moderne Kenntnisse seines Fachgebietes verfügt, über ein anwendungsbereites Wissen, das es ihm ermöglicht, den Fortschritt der Wissenschaft und Technik mitzubestimmen; 4. sich die Schätze der deutschen und internationalen Kultur angeeignet hat.
„Unsere Hochschulpolitik im Interesse der Wissenschaft und des gesellschaftlichen Fortschritts und im Dienste des Volkes“ (4. November 1966), Walter Ulbricht „Probleme der sozialistischen Leitungstätigkeit“
Die Befreiung der Arbeiterklasse muß das Werk der Arbeiterklasse selbst sein. Wir können also nicht zusammengehn mit Leuten, die es offen aussprechen, daß die Arbeiter zu ungebildet sind, sich selbst zu befreien, und erst von oben herab befreit werden müssen, durch philanthropische Groß- und Kleinbürger.
Die kollektive Arbeit ist einer der stärksten Erziehungsfaktoren.
„Vom geistigen Leben in unserer Zeit“ (6. Juli 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen”, Bd. VI
Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d. h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht.
Die sozialistische Erziehung ist unmittelbar mit dem Kampf des Neuen, Fortschrittlichen gegen das Alte, Überlebte verbunden. Deshalb haben die Neuererbewegung und der sozialistische Wettbewerb so große Bedeutung.
„Über die Dialektik unseres Kampfes“ (21. Dezember 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen”, Bd. VII
An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.
Da die Betriebe Volkseigentum, sozialistische Betriebe, sozialistisches Eigentum sind und die Arbeiter jetzt die Verantwortung für die Betriebe tragen, muß sich ein neues Verhältnis der Arbeiter zu diesem Eigentum entwickeln: die Achtung, der Schutz, die Wahrung und der Wille zur Vermehrung des sozialistischen Eigentums.
„Über die Dialektik unseres Kampfes“ (21. Dezember 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen”, Bd. VII
Zur Verwandlung von Geld in Kapital muss der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, dass er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, dass er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.
Der verdiente Lehrer des Volkes verkörpert die vorbildliche Erzieherpersönlichkeit, die ihr pädagogisches Tun aus einer klaren humanistischen und demokratischen Erkenntnis und einer festbegründeten wissenschaftlichen pädagogischen Theorie ableitet. Bei ihm wird sich die hohe Qualität seiner fachlichen Kenntnisse mit der Fähigkeit vereinen, diese Kenntnisse den Schülern vorbildlich zu vermitteln. Verdienter Lehrer des Volkes ist derjenige, der die Elemente der patriotischen Erziehung in sich selbst verkörpert: die Liebe zur Heimat und die bewußte Tatbereitschaft zum Aufbau eines neuen, schönen Deutschlands. Er bemüht sich ständig um ein echtes Freundschaftsverhältnis zu allen Völkern, vor allem der Sowjetunion. Er ist ein entschlossener Gegner der Akteure einer imperialistischen Kriegsbrandstiftung.
„Die ganze Nation dankt heute ihren Lehrern“ (12. Juni 1951), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen”, Bd. IV
Alle Emanzipation ist Zurückführung der menschlichen Welt, der Verhältnisse, auf den Menschen selbst.
Die entscheidende Voraussetzung, um höhere Leistungen im Unterricht und in der Erziehung zu erreichen, ist die Entwicklung des sozialistischen Bewußtseins der Pädagogen, die höhere wissenschaftliche Bildung, das größere pädagogische Können der Lehrer.
„Probleme des Perspektivplanes bis 1970“ (15. Dezember 1965)
Es ist mit solchen Reflexionsübungen überhaupt ein eigenes Ding. Dieser Mensch ist z. B. nur König, weil sich andere Menschen als Untertanen zu ihm verhalten. Sie glauben umgekehrt Untertanen zu sein, weil er König ist.
Um die Lehrer immer besser zu befähigen, die hohen Forderungen, die die Gesellschaft an sie stellt, zu erfüllen, gilt es, die Lehrer gründlicher mit unserer gesellschaftlichen Entwicklung, mit der Theorie des Marxismus-Leninismus vertraut zu machen. Das richtige Verhältnis zu ihren Aufgaben, ihrer Rolle und Verantwortung gewinnen die Lehrer nur aus einer tiefen Einsicht in die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung.
„Probleme des Perspektivplanes bis 1970“ (15. Dezember 1965)
Im Streben nach Höchstleistungen in Forschung, Lehre und Erziehung formen sich die Charakterzüge der Persönlichkeit sozialistischer Menschen. Ihr Fühlen, Denken und Handeln ist geprägt von solchen edlen Eigenschaften wie der Achtung vor den Leistungen anderer Menschen, der Gemeinschaftsarbeit, der Solidarität und Freundschaft, der Siegesgewißheit des Sozialismus und der Freude auf den morgigen Tag.
„Die weitere Gestaltung des gesellschaftlichen Systems des Sozialismus“ (22. Oktober 1968)
Es ist allgemein anerkannt, dass keine Wissenschaft ohne Kampf der Meinungen, ohne Freiheit der Kritik sich entwickeln und gedeihen kann. Aber diese allgemein anerkannte Regel wurde in unverfrorenster Weise ignoriert und mit Füßen getreten. Es bildete sich eine abgekapselte Gruppe unfehlbarer leitender Persönlichkeiten heraus, die, nachdem sie sich gegen jede Möglichkeit einer Kritik gesichert hatte, eigenmächtig zu wirtschaften und ihr Unwesen zu treiben begann.
Das Leben, die Gesellschaft neu gestalten und sich selbst verändern – das heißt, ein richtiger Sozialist und ganzer Mensch zu sein.
„Brief an die Grundorganisationen“ (Januar 1968), zitiert aus dem Neuen Deutschland vom 24. Januar 1968
Natürlich wird die Theorie gegenstandslos, wenn sie nicht mit der revolutionären Praxis verknüpft wird, genauso wie die Praxis blind wird, wenn sie ihren Weg nicht durch die revolutionäre Theorie beleuchtet.
Was ist jetzt die Hauptsache im Leben der Menschen in der Zeit des entfalteten Aufbaus des Sozialismus? Diese Frage haben die Arbeiterinnen, die Arbeiter und die Intelligenz schon selbst beantwortet. Der Leitspruch der Brigaden der sozialistischen Arbeit: „Sozialistisch arbeiten, lernen und leben“ besagt alles. Wenn man mich fragt, welches das Kettenglied ist, das angepackt werden muß, damit dieser schöne Leitspruch verwirklicht wird, dann möchte ich sagen: Lernen, lernen und nochmals lernen. Lernen, um die verbesserten und die neuen Maschinen bedienen zu können; lernen um eine höhere Qualität der Produktion zu erreichen; lernen, um in der Neuererbewegung, in der Forschung und Entwicklung mitzuhelfen, denn das führt zu einer höheren Arbeitskultur und wird später die Arbeit erleichtern; lernen, um teilzunehmen an der Planung der Wirtschaft, an der Leitung der Wirtschaft und des Staates durch die Mitarbeit in den demokratischen Organen; lernen, um die Freizeit schön und interessant zu gestalten; lernen, um sich mit den besten Schöpfungen der deutschen Kultur und der Menschheitskultur vertraut zu machen und ein kulturvolles Leben zu gewinnen.
„Eine schöne Menschengemeinschaft“ (7. Oktober 1959), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VIII
Die Tiere standen beim Abladen ganz still, erschöpft, und eins, welches blutete, schaute dabei vor sich hin mit einem Ausdruck in dem schwarzen Gesicht und den sanften schwarzen Augen wie ein verweintes Kind. Es war direkt der Ausdruck eines Kindes, das hart bestraft worden ist und nicht weiß, wofür, und auch nicht weiß, wie es der Qual und der rohen Gewalt entgehen soll.
Unsere sozialistische Schule verwirklicht nicht nur die weit vorausschauenden Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels und die schulpolitischen Forderungen der deutschen Arbeiterklasse. Sie hat zugleich alles wertvolle, zukunftsweisende Gedankengut der großen bürgerlichen Humanisten und Pädagogen in sich aufgenommen. Sie ist damit der einzig rechtmäßige Erbe der humanistischen Ideen eines Goethe, Schiller, Herder und Humboldt, eines Pestalozzi, Fröbel und Diesterweg. Damit ist unsere Schule zugleich das Vorbild für die Schule ganz Deutschlands.
„Unsere Schule prägt das Gesicht der Menschen von morgen“ (5. Juni 1961), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. IX
Man lernt am schnellsten und besten, indem man andere lehrt.
Das neue Leben des Volkes zu gestalten, den Sozialismus aufzubauen erfordert viel Wissen. Wer ein tüchtiger Fachmann wird, wer sich eine hohe Bildung erwirbt, der wird besser und glücklicher leben.
„Lernen für das Leben – lernen für den Sozialismus“ (29. September 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VI
Diejenigen, die sich nicht bewegen, werden ihre Fesseln nicht bemerken.
Das Wissen ist aber nur dann nützlich, wenn es nicht wie in einem prallgefüllten Kartoffelsack in eurem Kopf eingeschlossen ist, sondern wenn es von euch in die Praxis umgesetzt wird, wenn ihr damit am Schraubstock und an der Hobelbank, auf dem Acker und im Labor etwas anzufangen versteht.
„Lernen für das Leben – lernen für den Sozialismus“ (29. September 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VI
Selbstkritik, rückisichtslose, grausame, bis auf den Grund der Dinge gehende Selbstkritik ist Lebensluft und Lebenslicht der proletarischen Bewegung.
Die Herausbildung einer sozialistischen Moral, der Aneignung sozialistischer Charaktereigenschaften kommt dabei eine hohe Bedeutung zu. Ihr müßt parteilich und prinzipienfest sein, eine sozialistische Einstellung zur körperlichen und geistigen Arbeit, zum Patriotismus, zu Mut und Tapferkeit, zum Kollektiv, zum proletarischen Internationalismus haben sowie die Sowjetunion und alle friedliebenden und fortschrittlichen Menschen aufrichtig lieben.
„Die Lösung großer Menschheitsaufgaben liegt vor euch“ (2. Februar 1958), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VII
Konkrete politische Aufgaben muß man in einer konkreten Situation stellen. […] Es gibt keine abstrakte Wahrheit. Die Wahrheit ist immer konkret.
Der umfassende Aufbau des Sozialismus, die technische Revolution und die sozialistische Kulturentwicklung führen zu einer grundsätzlichen Veränderung des Verhältnisses von Arbeit und Lernen in unserem Leben. Niemand hat heute mehr „ausgelernt“. Unser Leben fordert von uns allen, daß wir uns ständig qualifizieren, unser Bildungs- und Kulturniveau erhöhen.
„Geistiges Schöpfertum in der Periode des umfassenden Aufbaus des Sozialismus“ (26. April 1965), Walter Ulbricht „Probleme der sozialistischen Leitungstätigkeit“
Kommunismus ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes.
In dem Maße, wie es gelingt, die bürgerlich-kapitalistischen Anschauungen zu überwinden und die Arbeiterklasse, die werktätigen Bauern und anderen Werktätigen vom Weg der Stärkung der Arbeiter- und Bauernmacht und des sozialistischen Aufbaus zu überzeugen, ist es möglich, die schöpferische Initiative der Werktätigen breit zu entfalten.
„Die Rolle der Deutschen Demokratischen Republik im Kampf um ein friedliches und glückliches Leben des deutschen Volkes“ (24. Oktober 1955), Einzelausgabe
In dem Maße, wie es gelingt, die bürgerlich-kapitalistischen Anschauungen zu überwinden und die Arbeiterklasse, die werktätigen Bauern und anderen Werktätigen vom Weg der Stärkung der Arbeiter- und Bauernmacht und des sozialistischen Aufbaus zu überzeugen, ist es möglich, die schöpferische Initiative der Werktätigen breit zu entfalten.
„Die Rolle der Deutschen Demokratischen Republik im Kampf um ein friedliches und glückliches Leben des deutschen Volkes“ (24. Oktober 1955), Einzelausgabe
Um die entwickelte sozialistische Gesellschaft zu gestalten, ist es notwendig, das einheitliche sozialistische Bildungssystem konsequent durchzuführen, die Hochschul- und Akademiereform zu verwirklichen und die Tätigkeit der Forschungsinstitute eng mit den Erfordernissen der Großindustrie und ihren perspektivischen Zielen zu verbinden. Ebenso ist es erforderlich, ein zweckmäßiges System der Weiterbildung aller Werktätigen schrittweise aufzubauen.
„Die geschichtliche Leistung der SED“ (April 1971), Walter Ulbricht „Die historische Mission der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands – Sechs Reden und Aufsätze“
Wann hat es jemals eine Regierung in der deutschen Geschichte gegeben, die zu den Wählern kam und ihre detaillierten Pläne für die kommenden Jahre offenbarte? Das konnte bisher nicht passieren, da die deutschen Regierungen Krieg und Eroberung planten.
Unsere geeinte Jugend – geführt von ihrem Jugendverband – setzt mit Hilfe aller patriotischen Kräfte das in die Tat um, was die arbeitende Jugend ganz Deutschlands seit Jahrzehnten ersehnte.
„Die deutsche Jugend hat eine Perspektive“ (1. Februar 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VI
Die Überwindung der alten, feindlichen Anschauungen ist eine sehr komplizierte und schwierige Aufgabe. Dabei hat die Freie Deutsche Jugend eine besondere Verantwortung.
„Die deutsche Jugend hat eine Perspektive“ (1. Februar 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VI
Der Antisemitismus ist das Merkzeichen einer zurückgebliebenen Kultur [...].
Unser Kampf erfordert eine starke und charakterfeste Jugend, eine bewußte Jugend, die aber auch unbeschwert und fröhlich sein soll.
„Die deutsche Jugend hat eine Perspektive“ (1. Februar 1957), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VI
Von der Entwicklung der jungen Menschen, von der vollen Entfaltung ihrer Fähigkeiten, von ihrem sozialistischen Bewußtsein wird das Tempo der Entwicklung der Gegenwart wesentlich beeinflußt und die Zukunft des Sozialismus in Deutschland bestimmt.
„Die gesellschaftliche Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik bis zur Vollendung des Sozialismus“ (17. April 1967)
Die Arbeiterjugend von heute ist der Nachwuchs der Arbeiterklasse, ist die Arbeiterklasse von morgen, die im ganzen Deutschland die führende Rolle übernehmen wird.
„Die gesellschaftliche Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik bis zur Vollendung des Sozialismus“ (17. April 1967)
In der Familie ist der Mann der Bürger und die Frau der Proletarier.
Das Leben in der sozialistischen Gesellschaft erfordert kluge, allseitig gebildete und charakterlich starke Menschen. Ein junger Mensch, der viel weiß, die gesetzmäßige Entwicklung in Natur und Gesellschaft begreift und unermüdlich nach der Wahrheit sucht, wird sich leichter im Leben zurechtfinden und in die Reihen derer eintreten, die bewußt den Sozialismus errichten.
„Die Lösung großer Menschheitsaufgaben liegt vor euch“ (2. Februar 1958), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VII
Mir scheint, daß jetzt die Zeit gekommen ist, das ganze Gewicht der Arbeit auf die ideologische Schulung, auf die politische und moralische Erziehung, auf die Hebung des Niveaus der kulturellen Arbeit zu legen. Deshalb komme ich zu der Schlußfolgerung, daß es notwendig ist, größere Anstrengungen zu unternehmen, um die junge Generation im Geiste der Demokratie und des Sozialismus zu erziehen, ihr die Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin zu übermitteln.
„Entfaltet den Feldzug der Jugend zur Aneignung von Wissenschaft und Kultur“ (26. November 1950), Walter Ulbricht „An die Jugend“ (1954er Ausgabe)
Wir wollen, daß unsere Jugend sich zu Menschen entwickelt, die erfüllt sind von hohem sittlichen Bewußtsein, von Solidarität für alle aufbauwilligen und fortschrittlichen Kräfte, von Begeisterung für die Gestaltung des neuen, demokratischen Deutschlands, zu Menschen, die zum rücksichtslosen Kampf gegen die Feinde des schaffenden Volkes und unseres Aufbauwerkes bereit sind.
„Die Jugend der neuen Zeit“ (8. Februar 1950), Walter Ulbricht „An die Jugend“ (1954er Ausgabe)
Junge Freunde, lest gute Bücher! Erweitert eure Berufskenntnisse, macht euch mit den fortschrittlichen Werken der deutschen und sowjetischen Literatur vertraut, studiert die Fragen der Planwirtschaft oder der Finanzpolitik, eignet euch ein umfassendes Wissen an! Lernen, lernen und nochmals lernen, das ist das Wichtigste für jedes Mädel und jeden Jungen.
„Jeder ein Meister seines Faches!“ (2. April 1949), Walter Ulbricht „An die Jugend“ (1954er Ausgabe)
Aller Mehrwert – wie er sich auch verteile, als Gewinn des Kapitalisten, Grundrente, Steuer etc. – ist unbezahlte Arbeit.
Die Jugend will ein junges Deutschland, die Entfernung der alten Reaktionäre, der Dividendenschlucker und Kriegsgewinnler. Sie will ein freies, sozialistisches Deutschland, in dem durch die Freiheit der Volksmassen auch die freiheitlichen Ideale der Jugendlichen verwirklicht werden.
„Über die Notwendigkeit der Einheits- und Volksfront“ (7. August 1935), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. II 2. Zusatzband
Die ökonomischen Verhältnisse einer gegebenen Gesellschaft stellen sich zunächst dar als Interessen.
Euer Zentralrat [der FDJ] hat auf seinen Tagungen beschlossen, daß die FDJ zur sozialistischen Jugendorganisation entwickelt wird. Das bedeutet unmittelbare Teilnahme der Jugend an der Erfüllung der großen Aufgaben des sozialistischen Aufbaus und erfordert die Erziehung der Jugend zum Klassenbewußtsein, die Erziehung im Geiste des wissenschaftlichen Sozialismus. Zugleich ist es notwendig, ein interessantes kulturvolles Jugendleben, in dem der Sport eine hervorragende Rolle spielt, zu gestalten.
„Zu aktuellen Fragen der Jugendarbeit“ (28. Juli 1958), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VII
Sie [die kommunistische Gesellschaftsordnung] wird das Verhältnis der beiden Geschlechter zu einem reinen Privatverhältnis machen, welches nur die beteiligten Personen angeht und worin sich die Gesellschaft nicht zu mischen hat.
Ihr alle wißt, daß seit dem Beschluß über die Entwicklung der FDJ zum sozialistischen Jugendverband viele Experimente gemacht wurden. Es war erforderlich, die Grundfragen des wissenschaftlichen Sozialismus durchzuarbeiten, breite Foren über die Fragen der Weltanschauung des Marxismus-Leninismus, über Fragen der Volkswirtschaft usw. mit den Jugendlichen durchzuführen. Aber gleichzeitig fordert die Arbeit mit der Masse der Jugend, auch auf ihre einfachen Argumente zu antworten, gegen die Schundliteratur zu kämpfen und unsere Literatur zu propagieren. Die ganze Arbeit der FDJ muß also wesentlich belebt und aktiviert werden.
„Zu aktuellen Fragen der Jugendarbeit“ (28. Juli 1958), Walter Ulbricht „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung – Aus Reden und Aufsätzen“, Bd. VII